Produzent statt Konsument – We are here to create!

In einer Welt von Netflix und Social Media scheinen wir schnell in den hypnotisierten und passiven Zustand des Konsumenten zu fallen. Plötzlich ist der Tag vorbei und wir haben viel zu viele Stunden vor dem Fernseher oder Smartphone verbracht. Wieso uns I-Phone, Facebook und Co so süchtig machen und wie wir aus dieser Massenhypnose rauskommen, um unserer Kreativität wieder Ausdruck zu verleihen, erfährst du in diesem Beitrag.

What is the last thing you stroke before you go to bed?

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Die Psychologin Esther Perel bat in einem ihrer Vorträge zum Thema Intimität und Beziehungen das Publikum aufzustehen, wenn sie als letztes vor dem Schlafen und als erstes nach dem Aufstehen ihr Handy in die Hand nehmen. Anschließend bat sie alle, die bereits standen, stehen zu bleiben, wenn sie dabei neben einem Partner einschlafen und aufwachen. Das Ergebnis schockte! Eine Studie der Harvard University scheint die Tendenz zu bestätigen. Der US Amerikaner schreicht im Durchschnitt täglich 2600 mal über sein Handy und verbringt zwischen 2-4 Stunden pro Tag vor seinem Display.

super sehenswert, aber insbesondere ab Minute: 27:30 .

Sind wir wirklich mehr in Kontakt mit unseren digitalen Geräten und streichen eher über unser Display, als über das Gesicht unserer Liebsten?

Wenn wir ganz ehrlich zu uns sind, dann ist da was dran. Aber nicht nur das. Studien zeigen Zusammenhänge zwischen dem Handykonsum und Angststörungen, Depressionen und Schlaflosigkeit auf. Wir können unsere Smartphones kaum noch aus der Hand legen.

Studies are beginning to show links between smartphone usage and increased levels of anxiety and depression, poor sleep quality, and increased risk of car injury or death. Many of us wish we spent less time on our phones but find it incredibly difficult to disconnect. 

Smartphones, Social Media & Netflix – Opium für das Volk?!

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Viele mediale Angebote sind darauf ausgelegt vor ihnen „hängen zu bleiben“. Sie sind speziell so konzipiert, dass wir immer mehr wollen, weil jeder Klick eine neue Information bereit hält und sich für uns somit jedes Mal eine völlig neue Welt eröffnet. Mediale Angebote pushen dabei unsere Dopamin Produktion und wir werden schlichtweg süchtig nach der nächsten Neuigkeit, der nächsten positiven sozialen Bestätigung und somit nach dem nächsten K[l]ick. Das ist alles kein Zufall. Instagram und Co sollen uns sogar süchtig machen!

Dopamin – der Aktivations- und Motivationsbooster

Dopamin ist ein Neurotransmitter der häufig als „Glückshormon“ beschrieben wird (obwohl er nicht zu den Hormonen gezählt wird). Dopamin motiviert uns ein Verhalten mit positiven Konsequenzen zu wiederholen. Wenn wir zum Beispiel etwas leckeres essen, Sex haben, Sport machen oder positive soziale Interaktionen erleben, dann wird dieser Botenstoff ausgestoßen und wir fühlen uns glücklich und motiviert das Verhalten zu wiederholen.

Jedes Mal wenn wir eine Benachrichtigung auf dem Smartphone erhalten, ein Bild von uns „geliked“ wird, oder wir einen neuen Kommentar oder eine Freundschaftsanfrage erhalten, stimuliert auch das unsere Dopaminproduktion, weil diese externe soziale Bestätigung uns plötzlich wertvoll oder zumindest wichtig fühlen lässt. Mal eben kurz das Handy zu checken kostet uns nicht viel Zeit oder Energie, aber dafür gibt es uns direkt ein positives Gefühl und macht uns genau deshalb auch abhängig von unserem Handy.

Je mehr wir aber durch Social Media, Videospiele oder andere mediale Angebote stimuliert und vor allem überflutet werden, umso mehr stumpfen wir mit der Zeit ab. Wir desensibilisieren und brauchen extreme Reize, damit unsere Dopaminproduktion angeregt wird. Plötzlich erleben wir einen Sonnenuntergang als „langweilig“ und die analoge Unterhaltung mit unserem Partner oder unseren Freunden als nicht aufregend genug. Wir finden kaum noch Antrieb und Motivation und chillen lieber vor dem Smartphone, oder auf der Couch vor unserer Lieblingsserie.

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Was können wir tun, um wieder mehr analog anstatt digital unsere Welt wahr zu nehmen?

1. Keep Track!

Wie mit allen Abhängigkeiten müssen wir uns erst mal eingestehen, dass wir keine normale Beziehung mehr zu unseren digitalen Geräten haben. Mach dir bewusst wieviel Zeit du vor einem Bildschirm verbringst. Inzwischen gibt es sogar auf dem Smartphone Bildschirmzeit-Tracker, die dir genau sagen, wieviele Minuten oder Stunden du mit welcher App pro Tag verbringst. Konfrontiere dich, mach es dir bewusst. KEEP TRACK!

2. Stell deine Notifications aus!

Du musst nicht direkt immer benachrichtigt werden, wenn jemand dein Foto kommentiert, oder dir eine Nachricht geschrieben hat. Du kannst die Benachrichtigungen ausstellen, um nicht 100x täglich dein Handy zu checken. Mach dir bewusst, dass du auch nicht immer direkt darauf antworten musst!

3. Bildschirmzeit

Du kannst manuell Sperren für bestimmte Apps oder das gesamte Handy einstellen. Gerade die erste Stunde nach dem Aufstehen und die letzte Stunde vor dem Schlafengehen könnten die analogen Stunden deines Tages sein, in denen du dich im Hier und Jetzt, mit dir selbst oder eben deinen Liebsten verbindest. Es macht definitiv Sinn sich einen analogen Wecker zuzulegen. Dann musst du auch nicht direkt dein Handy in die Hand nehmen, wenn du wach wirst.

4. Lass dein Handy zu Hause!

Wenn es irgendwie geht, lass dein Handy zu Hause, wenn du dich mit Freunden triffst, oder Zeit in der Natur oder beim Sport verbringst! So kannst du gar nicht erst von anderen (digitalen) Freunden, die gerade nicht da sind, abgelenkt werden und schenkst deinem analogen Freund, deinem Workout oder der Natur um dich herum deine ganze ungeteilte Aufmerksamkeit. Nichts ist kostbarer als unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, um wirklich (miteinander) in Beziehung zu treten.

Life is too short to watch Netflix!

Hier ein paar Ideen, die dich vielleicht inspirieren wieder mehr Zeit in der analogen Welt zu verbringen, in der wir nicht nur sehen und hören können, sondern alle unsere Sinne wieder angesprochen werden. Kleine Schritte machen dabei auf diesem Weg mit der Zeit einen großen Unterschied, also schau, ob du irgendwas davon am besten direkt umsetzen kannst.

1. We are here to create!

Wir können unser Leben konstruktiv oder destruktiv gestalten, je nach dem in welche Richtung wir unsere Energie und Aufmerksamkeit richten. Wir sind kreative und schöpferische Wesen und hier um Neues, noch nie da Gewesenes mit zu erschaffen. Kunst hilft uns dabei unsere Gedanken und Gefühle auszudrücken und somit in konkrete Form zu bringen.

Male, bastele & kreiere!

Vielleicht malst du gerne und magst die Arbeit mit Farben und Formen? Lass dir Zeit, such dir ein Motiv, schau dir ein Tutorial dazu an, oder belege einen Malkurs. Wenn du lieber mit Holz arbeitest, nutze alte Möbel im Keller und erschaffe daraus etwas Neues. Bastele, erschaffe, kreiere, lasse deiner Phantasie freien Lauf und probiere aus. Meine Mama hat vor ein paar Jahren Acryl Malerei für sich entdeckt. Obwohl sie am Anfang keine große Erfahrung hatte, sind ihre Bilder inzwischen wunderschön, dass sie diese inzwischen ausstellen könnte. Lasse den Perfektionismus also bei Seite und begebe dich auf die Reise. Übung macht den Meister.

Schreibe deine Gedanken auf!

Bringe deine Gedanken zu Papier, schreibe Tagebuch, oder nutze das 6 Minuten Journal. Starte deinen Tag mit einer regelmäßigen Schreibübung. Schreibe alle deine Gedanken auf Papier, so dass du dir bewusst wirst, was dich gerade beschäftigt und dir durch den Kopf geht. Vielleicht findest du in diesen ersten Minuten deines Tages kreative Inspirationen, oder kannst zumindest alle negativen und überflüssigen Gedanken in ein zwei dimensionales Gefängnis (auf Papier) bringen.

Music is the healer

Wenn du musikalisch bist, dann hole dein Instrument aus dem Keller, singe wieder oder schreibe deine eigenen Songs. Triff dich mit deinen Freunden in der analogen Welt für eine Jam Session oder geh zur Open Mic Night. Musik macht uns glücklich, entspannt und lässt uns auf natürliche Art und Weise unser Wohlgefühl steigern.

Express yourself – don’t repress yourself!

Finde deinen Weg dich kreativ auszudrücken und deine Gefühle in Wort, Klang oder auf die Leinwand zu bringen. Unser größtes Kunstprojekt ist derzeit unser Camper Van, den wir für den Sommer ausbauen. Vor allem die Holzarbeiten machen uns mega Spaß und ich habe endlich gelernt wie man flämmt, sägt und bohrt. Unsere Bulli Küche wird aus „Speermüll“ gebaut werden, die Farbe bringt uns das Meer ins Auto. Im Keller lassen sich bestimmt einige Schmuckstücke finden, die man mit ein bisschen Kreativität wieder aufleben lassen kann. Es gibt inzwischen unzählige Tutorials oder „How to…“ E-Books, die dir zeigen, wie man’s macht. JUST DO IT!

2. Move your body, so you deserve your shower!

Jede Form der Bewegung bringt deinen Dopamin Haushalt und deinen Gemütszustand wieder in Schwung. Gehe im Wald spazieren, fahre mit dem Fahrrad, mach Sport oder Yoga, tanze oder mach ein HIIT Home Workout. Mach einen Tanzkurs, geh feiern, oder trau dich mal zu einem Ecstatic Dance oder auf ein Contact Improvisation Event. Schau, dass dein Puls mindestens einmal am Tag hoch geht, du dich bewegst, reckst und streckst. Gehe mehr Strecken zu Fuß anstatt mit dem Auto und mache mindestens 10000 Schritte am Tag. Auch so etwas könntest du mit den intelligenten Telefonen von heute tracken.

3. Redesign, repair & share!

Wir leben in dieser krassen Wegwerfgesellschaft, in dem die Dinge viel zu schnell kaputt gehen, denn man kann ja alles wieder neu kaufen. Nachdem ich meine absolute Lieblingsschüssel zerstört habe, brachte mich ein guter Freund auf die Idee, sie zu reparieren. Ich habe vergessen wie dieses chinesische Konzept heißt, aber im Grunde ist es ganz simple. Du brauchst dafür lediglich alle zerbrochenen Teile, einen Kleber und Goldlack oder ähnliches. Essen werd ich daraus wahrscheinlich nicht mehr, aber als Blumenübertopf kommt diese Schüssel bestimmt bald wieder zum Einsatz.

Vor ein paar Wochen war ich bei einer Kleidertauschparty. Tauschen statt kaufen war da angesagt. Wir sind alle mit mindestens einem neuen Lieblingsteil nach Hause gegangen und diese Form des Konsums hat sich für uns definitiv nachhaltig und gut angefühlt. Es tat dabei vor allem auch mega gut sich mit neuen Menschen zu connecten.

4. Creating Community

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Erschaffe Räume zur Begegnung, mach mit deinen Freunden einen Kurztrip oder organisiere einen Männer- oder Frauenkreis. Wir sind soziale Wesen und selbst 2000 Facebook Freunde können keine realen Begegnungen ersetzen. Wer im Raum Dortmund auf sowas Lust hast, kann mir gerne schreiben. Wir sind Beziehungswesen und in Beziehung zu treten erfüllt uns und macht uns glücklich. Wir lernen mehr über uns selbst, inspirieren und werden inspiriert und pushen auf natürlichem Wege unsere Wohlfühlknöpfe im Gehirn.

5. Bucket List – Schreibe deine Eimerliste

Schreibe dir eine Liste mit allen Dingen, die du dieses Jahr erleben oder lernen willst und fang am Besten jede Woche an etwas davon umzusetzen. Welche Fähigkeiten, Sprachen, Sportarten willst du erlernen? Gibt es Länder oder Städte, die du schon immer mal entdecken wolltest? Welche Events, Konzerte, Shows, Workshops oder Yogaretreats willst du dieses Jahr besuchen? Mach einen Tanzkurs, geh feiern, oder besuche ein Festival. Ich kann dir das Good Vibes Yoga Festival, dass zwei meiner Freundinnen im April in Darmstadt organisieren nur ans Herz legen. Wenn du ein mit viel Liebe und Kreativität gestaltetes Musik Festival besuchen willst, dann ist das Moyn Moyn Festival im August genau das Richtige.

6. Die Kunst Nichts zu tun!

photocredit: Tiko Giorgadze @unsplash

Schaffe Raum zum Nichtstun und Tagträumen, leg dich mit dem Gesicht in die Sonne, schau in den Himmel, zähle mal wieder Wolken, höre den Vögeln oder dem Rascheln der Blätter zu oder übe dich in Meditation oder Yoga. Trage dir diese „Freiräume“ in deinen Terminkalender ein und übe dich mal wieder in der Kunst des Nichtstuns und der langen Weile.

Ab Ende März biete ich wieder zwei zehnteilige Community Yoga Kurse (Dienstags & Freitags) an. Schreib mir einfach, wenn du daran Interesse hast.

I am the Captain of my Ship, I am the Master of my Soul!

Unsere Welt da draußen ist so bunt, aufregend und vielfältig und es gibt so viel Neues zu entdecken und erleben, wenn wir uns trauen uns darauf einlassen. Slowly Slowly, setze vielleicht ein paar der Dinge um, schau, was sich gut anfühlt und mit der Zeit stellst du fest, dass dein analoges Leben selbst so aufregend und erfüllend ist, dass du völlig vergisst dein Smartphone zu checken!

Wie immer freuen wir uns über deine Erfahrungen und Tipps & Tricks zu einem bewussten Umgang mit digitalen Medien. Was bringt dich in den kreativen Prozess und somit in den Moment? Schreib uns gerne einen Kommentar!

Enjoy Ela

2 Kommentare

  1. huhu ela

    grossartigeeee seite, dankeeeee für dich /euch das ich euch begegnet bin,
    legt verschüttetes frei, und dein / euer humor ist grandios. mein termin bei dir würde ich gerne im april nehmen , weil ich jetzt eine extra finaze zu tätigen hatte..
    ….bis dahin probiere ich übungen aus welche mir leben zurückbringen in meine arme. da ist jede menge platz in richtung leben…;-)
    Bleib gesund und das alle deine wünsche in erfüllung gehen….liebe grüsse maria.

    • Liebe Maria! Vielen Dank, wir freuen uns sehr dass du inspiriert bist!
      Schau mal im Artikel: Yoga – Selfpractice da findest du Inspirationen für die eigene Yoga Praxis für zuhause und auch eine Yoga Nidra Einheit die deine Selbstheilungskräfte aktiviert.
      Alles Liebe und bis bald
      Ela

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