1. Heilung des Wurzelchakra – Finding Ground

Maywa von Aluna Ritual Music

In dieser neuen siebenteiligen Chakra Journey gehen wir nochmal auf die Herausforderungen, Traumata und mögliche Heilungsprozesse der verschiedenen Energiezentren ein. Wenn du den Artikel zum Wurzelchakra nicht gelesen hast, hier findest du den Link.

Traumata des Wurzelchakras

Alles was vor allem innerhalb unseres ersten Lebensjahres unser Überleben bedroht hat unmittelbar einen Einfluß auf die Balance unseres ersten Chakras. Geburtstraumata, Unterernährung, ernsthafte Krankheiten, extreme Armut, aber auch körperlicher Missbrauch, Verwahrlosung oder das psychische Verlassen-Sein erschüttert unser Fundament. Immer dann wenn ein junges Kind Gefahren oder Vernachlässigung ausgesetzt ist, und keine Unterstützung einer liebevollen Mutter oder eines liebenden Vaters erfährt, wird es auf sich selbst zurückgeworfen. Dabei ist es psychisch und physisch noch gar nicht in der Lage sich selbst aufzufangen, wodurch die Lebensenergie im Wurzelchakra geblockt ist.

Für den Erwachsenen wird es „sicherer“ die Lebensenergie in den oberen Chakras zu halten, sodass es häufig zu einer Dissoziation zwischen Körper und Geist kommt. Was dieses Energiezentrum heilt, ist die somatische Arbeit mit dem Körper. Durch Ansätze die Bewegung und Berührung miteinbeziehen, kann die Dimension des Körpers wieder als sicheres Fundament erschlossen werden.

Geburtstrauma, Verlassensein & Vernachlässigung

photocredit: Sharina Mae Agellon @unsplash

Die Geburt ist unsere erste Überlebenserfahrung. Kommt es unmittelbar danach zur Trennung zwischen Kind und Mutter, dann hat dies einen traumatischen Einfluß auf das Neugeborene. Vor allem Komplikationen während der Geburt aber auch Isolation und fehlende körperliche Nähe in den ersten Wochen und Monaten führt häufig dazu, dass das Baby keine Beziehung zum physischen Körper aufbaut, und sich auch im Erwachsenenalter fremd in seiner eigenen Haut fühlt. Auf Beziehungsebene kann es dazu kommen, das Isolation und Distanz vertrauter erfahren wird, als Intimität und Nähe. Aber auch die kontinuierliche Angst Verlassenzuwerden oder allein auf dieser Welt zu sein, sind Konsequenzen einer traumatischen ersten Lebensphase. Häufig führt dieses Trauma zu einem exzessiven Bedürfnis nach Sicherheit, Nahrung, Liebe von anderen oder Routinen. Aufgrund des fehlenden Urvertrauens in das Leben und sich selbst, kann es im Erwachsenenalter dazu kommen, dass wir an Beziehungen, Jobs oder Umständen festhalten, weil wir das Unbekannte und die Veränderung fürchten.

Körperliche Gewalt und emotionale Verwahrlosung

Körperliche Gewalt führt häufig zu einer Dissoziation vom Körper und den körperlichen Empfindungen. Die Angstzustände des Kleinkindes führen zu extremem Stresszuständen. Im Erwachsenenalter kann es daher oft dazu kommen, dass Angst und extreme Dramen das Leben bestimmen, um sich selbst wieder mehr zu fühlen. Jede Art von körperlicher Gewalt und Verwahrlosung führt zu einem generellen Mißtrauen in das Leben, aber auch dazu keine konkreten Grenzen setzen zu können.

Grenzen wahrnehmen, Grenzen setzen

Eine der wichtigsten Aufgaben des ersten Chakras besteht drin, die eigenen Grenzen wahrzunehmen und lernen sie zu wahren. Wurden unsere körperlichen Grenzen als Kind ständig überschritten, kommt es häufig im Erwachsenenalter dazu, dass wir aufgrund der Trennung zwischen Körper und Geist, grenzenlos und maßlos werden. Weil wir nicht gelernt haben, im physischen Körper zu Hause zu sein, spüren wir nicht, wann es genug (Nahrung, Genussmittel, toxische Beziehungen) ist.

Dominanz der oberen Energiezentren

Wenn die körperlichen Erfahrungen unangenehm und schmerzvoll sind, dann zieht sich die Lebensenergie aus der körperlichen Sinneserfahrung zurück in die oberen Energiezentren. Wir flüchten uns als Erwachsene in den rationalen Verstand und ins Denken hinein, um den Schmerz und das Trauma nicht fühlen zu müssen. Dies führt zu einer Desensibilisierung, so dass wir unsere körperlichen Bedürfnisse aber auch Gefühle, die mit Körperempfindungen gekoppelt sind, weder wahrnehmen noch kommunizieren können.

Körperkult – die Objektivierung des eigenen Körpers

Durch die Trennung von Körper und Geist kann es zur Entfremdung des Körpers kommen. In diesem Fall sehen wir den Körper als ein Objekt an, der auf eine bestimmte Weise aussehen oder funktionieren muss. Anstatt unseren Körper als einen lebendigen Ausdruck unserer Seele zu verstehen, verdinglichen wir ihn und versuchen ihn zu kontrollieren und zu manipulieren.

Wie wir das Wurzelchakra heilen

Dies hier ist nur ein grober Überblick über verschiedene Strategien und Therapieverfahren, die zur Heilung des Wurzelchakras beitragen. Es gibt keine Formel, die allen Menschen gerecht wird. Folgende Ansätze sind hier nur ein kleiner Einblick in die Möglichkeiten der Heilung ein unausgeglichenen Wurzelchakras. Das übergreifende Thema ist allerdings die Heilung der Trennung zwischen Geist und Körper und die damit einhergehende Verkörperung/ Embodyment!

To heal our relationship to our bodies, is to heal our relationship with the earth. To regain our ground is to begin our aliveness, and the foundation of all that follows. – Anodea Judith 

Erdung – Zurück in den Körper

Indem wir beginnen wieder in den Kontakt mit unseren körperlichen Empfindungen zu treten, können wir unseren Geist wieder zunehmend aus dem Kopf und dem Denken zurück in unser Körpergefühl führen. Hierbei geht es erstmal nur um die reine körperliche Empfindsamkeit, nicht direkt um die Gefühle und Emotionen, die eher dem zweiten Chakra zugesprochen werden. Die Aufgabe besteht also darin, die körperlichen Empfindungen ohne die Interpretation des Geistes wahrzunehmen und zu fühlen. Wenn du beispielswiese Angst hast, wie äußert sich das im Körper? Was passiert dabei mit deinem Atem? Was passiert mit der Angst wenn du die Füße fest auf den Boden drückst, um die Erde unter dir zu spüren? All das sind Fragen, mit denen wir auf diese Ebene arbeiten können. Es geht also zunächst Mal, um den physischen Ausdruck.

Male deinen Körper

Werde kreativ und beginne ohne großartig darüber nachzudenken ein Bild von deinem Körper zu malen. Schaue dir im Anschluss das Bild genau an, und beginne es zu interpretieren. Gibt es Körperteile die du überdimensional groß malst? Andere die du vielleicht sogar weg lässt? Vergleiche dein gemaltes Bild mit deinem Spiegelbild. Wie fühlst du dich, wenn du dir dein Bild anschaust?

Trete in Kommunikation mit deinem Körper

Unser Geist kann explizit mit unserem Körper in Beziehung und Kommunikation treten. Uns hat häufig nur keiner beigebracht, dass unser ganzer Körper und alle Organe auf unsere inneren Gedanken und Gefühle reagieren. Gibt es in die ein Körperteil oder ein Organ, dass dir durch Schmerz oder Krankheit zu schaffen macht? Dann beginne dich in eine entspannte Position zu bringen, schließ die Augen und richte dich nach innen. Bringe deine Aufmerksamkeit auf die Stelle im Körper. Vielleicht nutze deine Hände, um in diesen Bereich hinein zu spüren. Und dann beginne eine Konversation mit diesem Teil deines Körpers.

  1. Hallo…! Ich weiß es geht dir gerade nicht so gut und ich möchte anfangen dir mehr zuzuhören. Ich weiß du gibst dein Bestes um uns zu unterstützen. Auch der Schmerz ist dein Weg mir zu helfen, wieder mehr Aufmerksamkeit auf dich zu richten. Also, sage mir…
  2. Was möchtest du mir durch den Schmerz gerade zeigen?
  3. Was steckt auf tieferer Ebene dahinter?
  4. Was ist die Ursache?
  5. Was kann ich dir jetzt Gutes tun?
  6. Was kann ich in Zukunft tun, um zu verhindern, dass es dir schlecht geht?

Nach jeder Frage, werde still, warte, vor allem spüre in die Empfindungen hinein. Beobachte welche Antwort spontan aus der Stille zu dir kommt. Beende jede Session mit einem kleinen „Gebet“ oder einer Danksagung.

Spüren und Bewegen

Unsere körperlichen Grenzen spüren wir vorallem durch das Berührt werden aber auch durch Bewegung. Massagen, das umhüllt sein von Wasser, oder generell Bewegung helfen uns dabei, den physischen Körper wieder bewusster zu nutzen und wahrzunehmen. Contact Improvisationstanz, Watsu aber auch generell Bewegung bringen dich wieder mehr in den Körper.

In Touch – Eine tantrische Reise in unser inneres und äußeres Erleben ist ein Workshop, der uns wieder erlaubt in die Erfahrungswelt der Sinne einzutauchen, um uns für unser inneres und äußeres Erleben wieder zu sensibilisieren. Am 23.02.2020 gebe ich diesen Workshop gemeinsam mit Marcia im Mindatlarge Tattoo Studio. Falls du dabei sein willst, melde dich bald an.

Back to the Roots

Nachhause im Körper anzukommen, bedeutet auch wieder mehr mit unserer physischen Realität und der Erde selbst in Beziehung zu treten. Verbringe mehr Zeit im Freien, esse nachhaltigen biologisches, regionales und saisonales Obst und Gemüse, halte inne und lausche den Geräuschen der Natur. Egal ob Berge, Wälder, das Meer oder ein Spaziergang über die Felder, verbinde dich wann immer es dir möglich ist mit der natürlichen Welt.

Steffen von Aluna Ritual Music

Nach Hause kommen

Je mehr wir lernen, unsere Aufmerksamkeit im inneren Körpergefühl der Empfindungen zu verankern, umso besser lernen wir die kleinsten Signale des Körpers wahrzunehmen. Umso schneller und besser können wir spüren, welche Nahrungsmittel, Tätigkeiten, Gewohnheiten aber auch Denk- und Gefühlsmuster wirklich und nachhaltig zu mehr Ausgeglichenheit und Balance führen. Wenn wir im Körpergefühl verankert sind, sind wir bewusst mit der Lebensenergie/Shakti in Kontakt. Wir fühlen uns wieder wohl und geborgen in unserer Haut und unserem Leben. Unser Körper ist unser Tempel, unser Zuhause und daher maßgeblich entscheidend, um uns auch sicher und geborgen in der Welt zu fühlen!

We are Love!

Enjoy

Ella

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