Chakra Journey – Teil 3 Solarplexus Chakra

In diesem Beitrag geht es um unsere individuelle Identität und das sogenannte Solarplexus Chakra (Manipura Chakra). Dabei dreht sich alles um die Dualität zwischen persönlicher Macht und Ohnmacht. Wie können wir die Bedürfnisse und Wünsche aus den unteren Chakras durch unserer Handeln in die Welt bringen, für uns selbst sorgen und unabhängig von äußerem Feedback werden? All das sind die Themen des dritten Chakras.

Element: Feuer

Farbe: gelb

Bija Mantra: ram

Dualität: Macht vs. Ohnmacht

Thema: HANDELN & EIN INDIVIDUUM SEIN

Identität: individuelle Identität

Das Solarplexus Chakra in Balance

Bei guter solider Bodenständigkeit/Urvertrauen, einem natürlichen Fließen der Gefühle und einer klaren Verbindung zu den eigenen Wünschen, kann die Energie der ersten zwei Chakren (Wurzelchakra und Sakralchakra) im Solarplexus Chakra in Aktion umgewandelt werden. Der natürlicher Ausdruck von Energie ist Aktivität, die in Form eines ausbalancierten, „gesunden Egos“ im bewussten Selbst begründet ist. Ist dieses Chakra in Balance haben wir Freude am Leben und sind enthusiastisch und selbstwirksam. Wir können unsere Bedürfnisse und Wünsche durch Handlungsimpulse erfüllen, wir sind diszipliniert und können für uns selbst sorgen. Wir stellen uns neuen Herausforderungen, die uns wachsen lassen, glauben daran, dass wir alles erreichen und alle Herausforderungen meistern können.

We are the Master of our fate, we are the captain of our soul!“

Das Solarplexus Chakra in Disbalance

Wenn zu wenig Energie in das Solarplexus Chakra fließt, dann haben wir häufig ein niedriges Energielevel. Der persönliche Wille ist schwach ausgeprägt und der eigene Selbstwert wird häufig vom Feedback des Außens bestimmt. Unsicherheit, mangelnde Selbstdisziplin und eine Tendenz zur Opfermentalität charakterisieren ein schwach ausgeprägtes Solarplexuschakra. Im Extremfall kann das zur völligen Selbstaufgabe, Fremdbestimmung oder Unterwerfung führen. Körperlich zeigt sich ein schwaches Solarplexus Chakra an einer nach innen gewölbten Mitte, an einer geschwächten Verdauung und körperlicher und/oder psychischer Kälte.

photocredit: elijah o’donell @unsplash

Wenn zu viel Energie im Solarplexus Chakra vorherrscht, dann dreht sich alles ständig nur um uns. Wir neigen zu Egoismus, Überheblichkeit und Arroganz. Wir tendieren zu Aggression, Kontrollsucht oder Dominanz und halten unsere Wahrheit für die einzig Wahre. Unser Fokus ist so stark auf uns selbst gerichtet, sodass wir die Bedürfnisse der anderen gar nicht mehr wahrnehmen können. Sturheit, cholerische Ausraster, extremer Ehrgeiz und extremes Konkurrenzdenken, Hyperaktivität und übertrieben starker Antrieb sind weitere Anzeichen eines zu exzessiven Solarplexus Chakras. Dieser Hang zum Exzessiven wird im Individuum auch durch unsere leistungsorientierte Konsumgesellschaft geschürt. In diesem Fall brennen wir früher oder später aus (Burn-Out).

Autonomie

Während wir in den ersten Chakras noch sehr stark mit unserer Außenwelt identifiziert sind, entwickeln wir im dritten Chakra unsere Individualität, die auf der Erfahrung des Getrennt-Seins beruht. Die bewusste individuelle Entwicklung ist die Grundvorraussetzung für eine Liebesbeziehung, weil es hier vor allem, um die notwendige Selbstwirksamkeit und Selbstverantwortlichkeit geht. Wir dürfen erkennen, was wir nicht Opfer der äußeren Umstände sind, sondern alle unsere Entscheidungen und Handlungen unser Leben bestimmen und unsere Lebenserfahrungen erschaffen.

Individuation

Ein Teil der Seelenreise ist der Abschnitt der Individuation. Während wir als Kind noch mit dem Ganzen unbewusst verschmolzen sind, erlangen wir circa ab dem dritten Lebensjahr ein Gefühl für „Ich“ in Abgrenzung zur Welt. Wir brauchen das Ich-Gefühl (Ahamkara), um dann durch eine spirituelle Praxis wieder bewusst mit dem Ganzen in Beziehung treten und im Prozess der Selbstverwirklichung unsere individuelle Identität mit der universellen kosmische Identität zu verschmelzen.

Integrität – Kohärenz von Denken, Fühlen, Sprechen und Handeln

Ein wesentlicher Aspekt in diesem Individuationsprozess ist die Integrität. Dabei geht es darum, dass wir alle Schattenanteile unserer selbst wieder integrieren. Das geschieht, sobald wir unsere eigenen Projektionen erkennen und beginnen für unser Dasein und unsere Gefühlswelt die Verantwortung zu übernehmen. Dabei dürfen wir unsere unbewussten und extrinsisch bestimmten Verhaltensweisen erkennen und loslassen, um zu einem authentischen intrinsisch motivierten Selbst zu gelangen. Das bedeutet, wir beginnen wahrhaftig aus uns selbst heraus zu handeln, anstatt durch die Erwartungen unseres Außens fremdbestimmt zu werden.

Ego Identität

„Um das Ego zu überwinden, müssen wir zunächst einmal eins haben.“

Durch die Indentifikation mit unserem Körper und unserer Psyche beginnen wir eine autonome Identität zu entwickeln. Das Ego ist dabei die vermittelnde Instanz zwischen innen und außen und organisiert die instinktiven Energien, aus den niedrigeren Chakras. Es ist die Instanz, die konkret unsere Bedürfnisse und Wünsche von Chakra 1 und 2 mit den richtungsweisenden bewussten Energien der oberen Chakras in konkrete Handlungsimpulse umsetzt. Das Ego ist das Zuhause und der Anker der Erfahrung, sollte aber keine Beschränkung sein. Dennoch bestimmen die Dämonen der unteren drei Chakras (Angst, Schuld und Scham) unser Erleben und limitieren uns häufig in unserem Selbstausdruck. Hier geht es also vor allem um die Balance zwischen konstanter egoistischer Bedürfnisbefriedigung des Egos und absoluter Selbstlosigkeit bis hin zur Selbstaufgabe.

Wille

Der intrinsische Wille und die innere Motivation zum Handeln ist nichts externes „was von uns verlangt wird“, sondern kommt von uns selbst. Weil wir aber häufig als Kind gehorsam und regelkonform handeln mussten, beginnen wir unseren inneren Willen zu überhören und suchen im Außen nach Wegweisern und Menschen, die uns sagen, was wir tun sollen. Dabei nimmt uns Gehorsamkeit die Verantwortlichkeit für unsere Schöpfung und Erfahrung und wir vergessen dabei zu hinterfragen, was für uns eigentlich stimmig ist.

Zweifele und hinterfrage alles was dir ein sogenannter Lehrer sagt und nimm nur das an, was sich wirklich für dich wahrhaftig und gut anfühlt! Gebe nicht deinen Willen auf, um irgendwem zu folgen. Der größte Lehrer wohnt in UNS, nur WIR SELBST wissen, was sich für UNS in jedem Augenblick richtig anfühlt. Glaube keiner Diagnose eines Arztes und auch keiner Prophezeiung einer sogenannten „Heilerin“, sondern spüre in dich hinein und fühle was mit dir wirklich räsoniert.

Just be yourSELF, because everybody else is already there!

Was genau ist Wille?

Wille ist die Fähigkeit unsere Energie konstant auf ein bestimmtes Ziel zu richten, um es zu realisieren. Die Bedürfnisse und Wünsche aus den unteren Chakras sind dabei unser Antrieb und der Motor unserer Handlungen. Die bewusste Intentionalität aus den oberen Chakras hingegen, gibt unserer Energie die entsprechende Richtung, die für unser Wachstum notwendig ist. Unser Wille ist mit unserer Absicht verknüpft. Sich seiner Intention bewusst zu sein, ist daher essentiell für die selbstbestimmte Gestaltung unseres Lebens: Eine Frage die uns ein Leben lang begleiten kann, ist als folgende:

Warum tue ich das, was ich tue? Worum geht’s mir dabei wirklich?


Selbstbewusstsein: Sich des Selbst bewusst sein

Das Solarplexus Chakra ist auf physischer Ebene unsere Mitte. Je zentrierter wir in unserem Selbst ruhen, umso selbstbewusster leben und fühlen wir uns, weil wir uns selbst treu bleiben und unsere Wahrheit sprechen und leben. Um wirklich lebendig zu sein, brauchen wir Selbstbewusstsein, um uns in das Unbekannte zu wagen und dem manchmal gar Unheimlichen zu stellen. Wir verlassen unsere Komfortzone und das Bekannte, um unsere System zu erweitern. Natürlich ist es okay, dabei auch mal zu scheitern, um etwas neues zu lernen. Herausforderungen halten uns lebendig und zu leben bedeutet zu lernen und stetig unsere eigenen Grenzen zu erweitern.

„Selbstbewusstsein misst sich nicht am Erfolg einer Person, sondern daran, wie diese mit Niederlangen umgeht.“

Kannst du über dich Lachen, wenn du aus der Balance kommst? Oder ärgerst du dich und machst dich schlecht? Selbstbewusst zu sein, bedeutet sich um sich selbst zu kümmern und sanftmütig zu bleiben mit sich und anderen.

Scham – Diamant und Dämon

photocredit: Sharina Mae Agellon @unsplash

Was uns vor allem abhält mutig zu leben, ist die Scham als Demon und Diamant des 3. Chakras. Die Scham blockt den freien Energiefluss und verhindert den Aufstieg der Energie aus den unteren Chakras. Scham macht uns Abhängigkeit von anderen, führt zur Handlungsunfähigkeit und mangelnde Spontanität. Wir können das Leben nicht in vollen Zügen genießen, weil wir uns schämen wirklich mitzuspielen.

Gleichzeitig kann uns Scham aber auch helfen, innerlich zu wachsen, indem sie uns motiviert uns nächstes Mal z.B. besser vorzubereiten oder uns dazu einläd über den Dingen und Meinungen anderer zu stehen.

Eigeninitiative

Je mehr wir das Solarplexus Chakra in Gleichgewicht bringen, umso mehr gelangen wir zur Erkenntnis, das wir unser Leben selbst in der Hand haben. Nur wenn wir die Energie und den Mut haben proaktiv zu sein, können wir unsere Handlungen im Vorfeld wählen, um wünscheswerte Zustände zu schaffen, anstatt nur auf die äußeren Umstände zu reagieren. Dann sind wir uns bewusst, dass wir der Schöpfer unserer eigenen Erfahrung und Realität sind. Wir treten in Aktion, statt zu reagieren und sind Verursacher anstatt Opfer der Umstände.

Think it, feel it, do it!

Wartest du immer noch darauf, dass sich alles plötzlich von selbst entfaltet und dir der Traummann, der Traumjob oder was auch immer in die Arme fliegt? Anstatt auf Möglichkeiten zu warten, erschaffe dir die Umstände, die es begünstigen dein eigenes Potenzial zu entfalten, um deine Herzimpulse umzusetzen. Du willst etwas Neues in deinem Leben haben, dann verabschiede dich zunächst von dem Alten: einer ungesunden Beziehung, einem Job, der dir nicht gut tut, einer „schlechten“ Verhaltensweise! Schaffe den Nährboden, auf dem die neue Idee wurzeln schlagen kann. Und dann säe, säe die Samen, die du später mal ernten willst.

Macht kommt von machen 

Der Machtbegriff wir häufig negativ aufgefasst, dabei geht es hier vor allem um die persönliche Macht. Energie und Aktivität, Autonomie und Autorität, Individuation und Ego Identität, Wille und Selbstbewusstsein, Eigeninitiative sowie das Überwinden der Scham bringen uns in die persönliche Macht. Alles was ausgedient hat, sich für uns nicht mehr stimmig und wahrhaftig anfühlt, dürfen wir lernen loszulassen, oder können wir transformieren. Wir erMÄCHTigen uns dadurch selbst. Dabei ist es ein kontinuierlicher Prozess und ein stetiges Bemühen wahrhaftiger mit uns selbst und der Umwelt zu werden, damit unser Innerstes sich auch im Außen widerspiegelt.

„Wir alle haben zwei Leben. Das Zweite beginnt, wenn wir realisieren, dass wir nur Eins haben.“

In unserer persönlichen Macht zu sein, bedeutet, authentisch zu leben, die Wahrheit zu sprechen und auch ein Risiko in Kauf zu nehmen. Nur wenn wir bereit sind Fehler zu machen und etwas riskieren, können wir über unsere Komfortzone hinaus wachsen. Dabei dürfen wir gleichzeitig nachsichtig mit uns selbst sein und uns selbst unsere „Fehler und Fehlschläge“ verzeihen. Zwar können wir unsere Vergangenheit nicht ungeschehen machen, aber wir können daraus lernen dadurch diesen Moment bewusst erschaffen, um auch unsere Zukunft bewusster zu kreieren. Daher ist es nie zu spät unser Leben selbst in die Hand zu nehmen, anstatt wie eine Marionette in einem Theaterstück an den Fäden des Puppenspielers zu hängen.

Yoga für das Solarplexus Chakra

https://lena-everding.de

Weil in den meisten Fällen unsere Energie sehr zerstreut nach Außen gerichtet ist, helfen uns vor allem Twists (die gedrehten Rotationsbewegungen der Wirbelsäule) und rumpfstabilisierende Übungen (die Brettposition, das Boot und alle Balancen) unsere Energie zurück in unsere Mitte zu bringen. Jede aktive Ausatmung lädt uns ein, unseren Bauchnabel nach innen zur Wirbelsäule zu ziehen, was zusätzlich einen zentrierenden Effekt hat. Atemübungen wie der Ujjayi Atem und der Feueratem (Kapalabhati), aber auch fortgeschrittene Yogaübungen wie Agni Sara aktivieren dieses Zentrum. Mehr Inspirationen für deine Yogapraxis findest du im Beitrag: Die Elemente in der Yogapraxis – Teil 3 Feuer.

Manifestation: I am the master of my fate, I am the Captain of my soul

photocredit: peter conlan @unsplash

Das erste Chakra schafft mit der Verankerung an die Materie und dem physischen Universum das Fundament. Im zweiten Chakra tauchen wir dann durch unsere Gefühlswelt tiefer in unsere Psyche ein. All unsere Gefühle, Wünsche, Sehnsüchte und Bedürfnisse wirken dann wie Treibstoff, der den Motor unser 3. Chakra antreibt. Dieses Feuer erlaubt uns durch das Handeln neue Erfahrungen zu machen, um wieder in Beziehung mit der Welt zu treten, um das Leben zu kreieren, dass wir wirklich leben wollen. Dabei geht es in diesem Zentrum essenziell um die richtige Beziehung zwischen dem ICH und der Welt.

Wenn wir erkennen, dass die Welt, die uns umgibt und wir selbst aus dem selben Stoff gemacht sind, dann haben wir irgendwann keine andere Wahl als durch unser Handeln und Wirken in der Welt der Liebe, dem Göttlichen, dem Ganzen zu dienen. Dann erkennen wir immer mehr, wie wir mit unseren individuellen Gaben, der Menschheit, der Erde und damit dem Leben selbst dienen können. Nur dann können wir individuell aber auch kollektiv als Menschheit in das Bewusstsein der Liebe (Chakra 4) eintauchen.

Reflektionsfragen und Übungen

1. Was entfacht mein Feuer? Wofür bin ich Feuer und Flamme?
2. Was gibt mir Energie? Was nimmt mir Energie?
3. In welchen Momenten gebe ich meine persönliche Macht ab und lasse mir von anderen Menschen sagen was ich zu tun habe? 
4. in welchen Momenten sage ich nicht authentisch das was ich denke und fühle sondern das was der andere hören will?
5. wann war ich das letzte Mal mutig? In welchen Momenten könnte ich mutiger sein?
6. wann habe ich mich das letzte Mal geschämt? In welchen Momenten schäme ich mich fremd bei anderen?
7. Aufgabe:In dieser Woche sei authentisch! Sage und tue nur das was du wirklich denkst und fühlst! Bleibe dir selbst treu!

Enjoy <3 Ella

Du hast die anderen Teile noch nicht gelesen? Kein Problem

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