Chakra Journey – Teil 1 Wurzelchakra

Back to the Roots

In diesem ersten Teil der Chakra Journey Reihe geht es um unsere Basis und unser solides Fundament. Wir starten mit dem Wurzelchakra (Muladhara Chakra), das uns hilft fest verankert mit beiden Beinen auf dem Boden der Tatsachen zu stehen. Dieses Chakra bringt uns zurück zum Ursprung der physischen Realität.

Element: Erde

Farbe: rot

Bija Mantra: lam

Dualität: Vertrauen vs. Misstrauen

Thema: Hier SEIN und HABEN

Identität: physische Identität / Körper

Das Wurzelchakra in Balance

Ein gesundes und ausbalanciertes Wurzelchakra sorgt dafür, dass wir uns vital, gesund, geerdet, stabil und geborgen in unserer Haut fühlen. Wir vertrauen dem Leben, unseren Mitmenschen und uns selbst, sind zuversichtlich was die Zukunft betrifft und können uns auf das Sein einlassen und entspannen. Wir haben eine gute Anbindung an die Erde, sind also mit unserem Gewahrsein im Körpergefühl verankert und nicht so schnell zu erschüttern. Wir sind geduldig und gelassen mit uns selbst und anderen, haben unsere Routinen und kennen und wahren unsere Grenzen. Wir haben das Gefühl, dass uns Wohlstand und Fülle bzw. Erfüllung zusteht und Existenzängste sind uns fremd.

Das Wurzelchakra in Disbalance

Wenn zu viel Energie im Wurzelchakra vorherrscht, dann haben wir ein verstärktes Bedürfnis nach Sicherheit. Gier, Geiz und das Horten von Gegenständen, starre Grenzen, und die Angst zu kurz zu kommen beschreiben ein exzessives Wurzelchakra. Wir reduzieren uns entweder übertrieben stark auf unseren physischen Körper und betreiben Körperkult, oder wir fallen ins Gegenteil hinein, haben Übergewicht, und Faulheit, Müdigkeit und Schwerfälligkeit bestimmen unser Sein. Angst vor Veränderung und Unsicherheit in neuen Lebensphasen sind ebenfalls charakteristisch für ein exzessives Wurzelchakra.

Wenn zu wenig Energie ins Wurzelchakra fließt, dann haben wir kaum einen Bezug zur physischen Identität. Körper und Geist sind völlig voneinander getrennt und Bodenlosigkeit und Haltlosigkeit sind meistens die Folge. Wenn zu wenig Energie im Wurzelchakra fließt, dann können wir uns häufig nicht konzentrieren. Den Fokus zu halten fällt uns schwer, weil wir nicht im HIER UND JETZT verankert sind, sondern uns in Phantasien verlieren. Ein Mangel an Disziplin und finanzielle Probleme sind meistens auch Folgen eines zu schwach ausgeprägten Wurzelchakras. Untergewicht, Süchte und fehlende bis gar keine Grenzen sprechen ebenfalls für einen Mangel an Energie im Wurzelchakra.

Kulturelle Ursachen für die Disbalancen im Wurzelchakra

In einer Welt, in der der rationale Verstand verherrlicht wird und unsere intuitive Natur verkümmert, entsteht eine Spaltung zwischen Geist und Körper. Die Intelligenz des Geistes wird dabei über die Weisheit des Körpers gestellt, da das Patriarchat und auch viele geistig geprägte spirituelle und religiöse Traditionen der letzten 5000 Jahre den Körper als Sünde und minderwertig verstanden haben. Diese Glorifizierung des Geistes geht auf Kosten unserer Lebendigkeit und Körperweisheit. Der physische Körper ist der Tempel der Seele und gleichzeitig unsere Anbindung an das Leben. Daher ist ein ausbalanciertes Wurzelchakra der Schlüssel für ein erfülltes Leben und die Entfaltung unseres eigentlichen Potenzials.

Angst als Dämon und Diamant

Angst ist zunächst einmal eins der Gefühle, mit der Aufgabe das Überleben des Körpers sicherzustellen. Sie mobilisiert unsere Energie und schickt sie aus dem Rumpf vermehrt in die Peripherie des Körpers (Arme und Beine). Sobald in uns die Angst aufsteigt, werden die Stresshormone wie Adrenalin und Noradrenalin ausgeschüttet. Diese Stresshormone machen uns wach, konzentriert und handlungsfähig, so dass wir die Bedrohung entweder angreifen können oder weglaufen. Wenn wir jetzt aber ständig unbegründet (da keine aktuelle reale Bedrohung da ist) angstvolle Gedanken denken, sorgt das auf der emotionalen Ebene für dieselbe Reaktion. Der Körper ist andauernd in einem angespannten Stressmodus und die Angst wird chronisch. Angst hindert uns daran zu entspannen und dem Leben zu vertrauen. Ein erhöhtes Stresslevel entzieht dem Körper die Möglichkeit die Energie in Regeneration, Verdauung und Heilung zu stecken. Die meisten Krankheiten der modernen Zeit sind stressinduzierte Krankheiten.

Unbegründete Angst?

Was können wir tun? Zunächst einmal können wir untersuchen, ob unsere Angst real ist, oder von unseren Gedanken erschaffen wurde. Wenn unsere Angst nicht real ist, können wir unbegründete Angst durch begründetes Vertrauen ersetzen. Unser Vertrauen in uns selbst stärken wir, indem wir tun was wir sagen. Wir lernen zu vertrauen, indem wir in den kleinen Momenten des Lebens unseren Mitmenschen oder uns selbst Vertrauen schenken, um dann auch in den herausfordernderen Momenten mit Zuversicht und Vertrauen ins Unbekannte zu gehen. Das Unbekannte ist nur solange unheimlich, bis es uns vertraut und „heim“isch wird. Wenn wir der Angst mit Vertrauen und Mut begegnen, werden wir mit der Zeit feststellen, das wir uns mehr zutrauen können, als wir vielleicht für möglich gehalten haben.

Solltest du doch von der Angst überwältigt werden, obwohl gerade keine reale Bedrohung vorliegt, beginne deine Bewusstseinsenergie im Körper zu verankern. Sobald du das tust, gibt es keine Bewusstseinsenergie mehr, um sich in angstvollen Gedanken zu verlieren. Eine gute Übung hierfür ist die Grounding Übung.

Erdung – Embody yourself

Sich zu erden bedeutet mit seiner Aufmerksamkeit wieder im gesamten inneren Körpergefühl verankert zu sein. Anstatt sich ständig in Gedanken (Erinnerungen an die Vergangenheit oder Vorstellungen an die Zukunft) zu verlieren, ermöglicht uns die Erdung in der gefühlten Wahrnehmung des Hier und Jetzt einzutauchen. Das Leben geschieht im HIER und JETZT. Nur wenn wir komplett präsent mit jedem Moment verbunden sind, können wir uns in Integrität mit dem Sein durch unsere Wirklichkeit bewegen.

Mindfulness/Achtsamkeit ist dabei das Schlüsselwort. Präsent werden wir nämlich vor allem durch das zur Ruhe kommen des Denkens und durch das Wahrnehmen der gefühlten Wirklichkeit (feeling sense). Die Lebensenergie (shakti / the mother), die das materielle Universum erschaffen hat, ist es auch, die die Lösung für unsere alltäglichen Herausforderungen und Probleme hat. Je mehr wir in ihr verankert sind, umso eher können wir aus einem klaren und fokussierten Geist Entscheidungen treffen. Dann erspüren wir unmittelbar, wohin uns das Leben eigentlich führen will.

Übung: Grounding – Verbindung zur Erde

  • Lege dich auf die Erde. 
  • Deine gesamte Körperrückseite berührt den Boden unter dir. 
  • Schließe deine Augen und beginne mit deiner Wahrnehmung die Kontaktpunkte unter dir zu spüren. 
  • Beginne deinen Atem wahrzunehmen und deine Ausatmung zu verlängern. 
  • Dein Atem fließt gleichmäßig und geschmeidig ein und aus. 
  • Am Ende der Ausatmung nehme für einen kurzen Augenblick die Atempause und das Wirken der Schwerkraft im Körper wahr. 
  • Mit jeder Ausatmung gebe mehr deines Körpergewichts an die Erde ab und tauche tiefer ins innere KörperGEFÜHL ein. 
  • Stell dir vor, das mit jeder Ausatmung dein Körper etwas mehr Richtung Boden abgibt.
  • Fühle dich von der Erde getragen.
  • Bleibe hier, bis du komplett entspannt und fokussiert in der Gegenwart angekommen bist.

YOGA für das Wurzelchakra

fotocredit: https://lena-everding.de

Im Yoga unterstützen vor allem die stehenden Haltungen, Beinbalancen, und Vorbeugen deine Verbindung zur Erde. Die Ausatmung und die Atempause am Ende der Ausatmung lässt dir die Schwerkraft bewusster werden. Mula Bhanda, der Wurzelverschluss, wird automatisch bei jeder kraftvollen Ausatmung, bei der der Nabel nach innen zur Wirbelsäule zieht, gesetzt. Ein langsamer und gleichmäßig langer Ein- und Ausatmungfluss gepaart mit langsamen fließenden Bewegungen (Vinyasas) beruhigt das Nervensystem und unterstützt die Verbindung zu unserem Fundament. Du kannst spezifisch in den Haltungen immer wieder dein Körpergewicht gleichmäßig über alle Kontaktpunkte zum Boden verteilen. Ein leicht gesenktes Kinn (Kehlverschluss – Jalandhara Bandha) und Blickpunkte Richtung Erde fördern die Verbindung zur Basis. Durch das längere Halten von Yogapositionen und das Minimieren von unnötigen Bewegungen des Körpers oder der Augen stärkst du die Verbindung zum Wurzelchakra. Mehr Inspirationen findest du auch im Beitrag zum Thema: „Die 5 Elemente in der Yogapraxis: Teil 1 Erde“

Reflexionsfragen

Zum Schluss kannst du dich mit folgenden Forschungsfragen beschäftigen, die dir einen Einblick geben, wo du gerade „stehst“!

1. Wer/Was gibt mir Sicherheit, Geborgenheit und Stabilität?
2. Wann habe ich das letzte Mal den Boden unter den Füßen verloren?
3. Wodurch habe ich dann wieder Halt gefunden?
4. Wovor habe ich Angst? Sind meine Ängste begründet?
5. Was nährt mich körperlich, seelisch, geistig? 
6. In welchen Momenten greife ich zu Genussmitteln (Alkohol, Zigaretten, Dorgen, Smartphone, Social Media, Schokolade etc.) und gibt es etwas was mich an Stelle dessen erfüllen könnte?
7. Wo steh ich gerade? Welche Geschichte erzähle ich mir gerade über mein Leben und will ich mir diese wirklich erzählen?

Was erdet dich? Teil gerne deine kleinen Grounding Hacks in den Kommentaren!
Enjoy Ella

Hier geht’s weiter mit Teil 2: Das Sakralchakra

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